Kulinarisches in Australien

Die Einwohner Australiens sind eine multi-kulturelle Einwanderergesellschaft. Dies macht die australische Küche sehr abwechslungsreich. Gerade in urbanen Zentren reihen sich asiatische Suppenküchen, italienische Trattorias, libanesische Kebabrestaurants, indische Imbissstuben und Sushirestaurants aneinander. Unter dem Label Modern Australian Cuisine sind daneben zahlreiche Restaurants entstanden, die mitunter auf höchstem kulinarischem Niveau verschiedene Küchen fusionieren lassen.

File 839

Das war allerdings nicht immer so. Die Küche der ersten europäischen Einwanderer war ursprünglich stark durch Fleischpasteten (Meat und Sausage Rolls), Weisbrotsandwiches und Eintöpfe geprägt. Der Australische Hamburger mit Ei und Roter Beete mutet zunächst auch etwas gewöhnungsbedürftig an. Auch Vegemite, ein salziger Brotaufstrich aus konzentriertem Hefeextrakt, ist eine australische Erfindung, die wohl abgesehen von Australiern selbst wenige Anhänger besitzt.

Mit den Zuwanderungswellen nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich auch Australiens Küche. Die Öffnung machte sie zu einem Paradies für Schlemmer. Die Vielfalt an Obst und Gemüse ergibt sich bereits aus den klimatischen Bedingungen. Aufgrund der drei Klimazonen kann in Australien eine Vielzahl von Getreidesorten, Obst und Gemüse angebaut werden. In den Küstenregionen steht Fisch und Seafood auf dem Speiseplan. Von Süß- bis Salzwasserfischen, Austern bis Hummern, Australiens Küche lebt vom Artenreichtum seiner Meere und Gewässer. Die europäischen Nachfahren Australiens lieben wie wir Deutschen Fleisch und Wurstwaren, wenngleich die mit dickem Kunstdarm ummantelten australischen Würstchen gewöhnungsbedürftig sind.

Ob Hühnchen, Lamm oder Rind, Australiens Fleischauswahl ist riesig. Vieles davon landet auf dem Grill. In wohl keinem anderen Land der Welt wird soviel gegrillt, wie in Australien. Das Barbecue (BBQ) ist eine Art Volkssport und treibt gerade an Wochenenden Millionen von Australier an einen der unzähligen befestigten Picknickplätze. Für Experimentierfreudige lohnt es sich, Känguru- oder gar Krokodilfleisch zu verkosten. Kängurusteaks, Känguruwürstchen und Känguruburger werden in Australien überall wie vergleichsweise in Deutschland Schweinfleisch angeboten. Dabei ist interessant, dass Kängurufleisch, das geschmacklich an Wild erinnert, eher bei Touristen, als bei Einheimischen beliebt ist.

Aufgrund der vielen asiatischen Einwanderer in Australien ist die australische Küche heute auch stark durch die asiatische Küche geprägt. Für Heißhungrige und Kurzentschlossene finden sich in allen städtischen Zentren des Kontinents zahlreiche asiatische Imbissstuben, Restaurants und Garküchen. Nudelgerichte und Sushi sind dabei sehr beliebt. Letzteres wird anders als in Japan in Form von Finger Food gereicht. Eine spannende Angelegenheit, aber nicht jedermanns Sache, sind die so genannten Bush Tuckers. Es handelt sich dabei um Speisen, die abgewandelt nach Rezepten der Aborigines gekocht werden und neben Känguru-, Emu- und Possumfleisch oder lokalen Fischsorten kaum bekannte Früchte, Gewürze bis hin zu Insekten (wie Käferlarven), enthalten.

Zum Essen genießt man australisches Bier, dass weniger vollmundig im Geschmack als der deutsche Gersten- und Hefesaft ist oder einen der hervorragenden australischen Weine, der auf dem Kontinent hergestellt wird. Sie sollten beachten, dass viele Restaurants und kleine Gaststätten keine Lizenz zum Verkauf von Alkohol besitzen. Finden Sie im Eingangsbereich ein Schild mit der Aufschrift Bring your own (BYO) werden Sie dazu aufgefordert, alkoholische Getränke von außerhalb mitzubringen.